Mitte(l)-Stürmer*in statt Rechtsaußen

Dank der Förderung durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW können wir zwei Jahre in Kooperation mit der Erich Kästner Gesamtschule mit Schüler*innen der achten, neunten und zehnten Jahrgangsstufen in medien- und theaterpädagogischen Werkstätten zum Thema Rechtspopulismus arbeiten. Die Werkstätten verfolgen das Ziel, für populistische Strategien zu sensibilisieren, so dass die Schüler*innen sie in Zukunft als solche identifizieren und sich in ihrer inneren und äußeren Haltung Populist*innen gegenüber behaupten und sich ihrer Manipulation entziehen können.


In den theaterpädagogische Werkstätten werden populistische Strategien mit Körper und Sinnen erlebbar gemacht. Der Einsatz von Theater umgeht das kulturelle und intellektuelle Selbstkontrollsystem der Jugendlichen und schafft einen direkten Zugang zu ihren sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Die Fokussierung auf die Eigen- und Fremdwahrnehmung fördert bei den Schüler*innen Respekt, Wertschätzung und Anerkennung für sich und für andere. Die Stärke des Theaters in der Persönlichkeitsentwicklung ist das handlungs-, erfahrungs- und lösungsorientierte Lernen. In der Gruppe findet jede/r Einzelne gemeinsam neue Handlungsoptionen. Die praktischen Übungen und Impulse aus dem Bereich der Darstellenden Kunst schaffen einerseits Freiräume, um über unbewusste und festgefahrene Einstellungen und Verhaltensmuster nachzudenken. Sie machen andererseits frei für das Ausprobieren neuer Haltungen. Wir erfahren, wie wir wirken und wie wir reagieren. In der theaterpädagogischen Werkstatt des Projektes setzen wir daher bewusst auf ein spielerisches Setting und schaffen eine Atmosphäre, in der mit Freude und Leichtigkeit gestaltet, und dabei gelernt werden kann, ganzheitlich mit dem Körper und allen Sinnen. Neugier, Spiellust und Entdeckungsfreude helfen, sich einem häufig als schwer oder schwierig wahrgenommenen Themenbereich mit Interesse und Engagement zu nähern. Die medienpädagogischen Werkstätten unterstützen eine ganzheitliche Heranbildung spezifischer Medienkompetenz. Soziale Netzwerke sind ideale Werkzeuge für die flächendeckende Umsetzung populistischer Strategien. Mit dem Projekt haben wir die Gelegenheit Jugendlichen im besten „Werkstatt-Gedanken“ Raum für eine ganzheitliche, alterskonforme Heranbildung spezifischer Medienkompetenz durch einen partizipativen aktiven Anteil (im Sinne interaktiver Medienpraxis) zu bieten, während Schule aufgrund curricularer und zeitlicher Begrenzungen bestenfalls analytisch-reflexive Medienkompetenz fördern kann. Durch die Entwicklung kleiner eigener Medienkonzepte und -produktionen können die Jugendlichen hier in der Anwendung ihr kreatives Potenzial entfalten. Konkret möchten wir mit der medienpädagogischen Werkstatt Jugendliche unterstützen, Ausgrenzungs- und Diskriminierungsmechanismen im Internet sowie die Gefahr von Pauschalisierungen und vorurteilsbelasteten Aussagen zu erkennen

 

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